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Zertifikatskurs des Landesjugendamtes „Fachkraft für Systemische Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe“ startet am 07.10.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie auf den Zertifikatskurs des Landesjugendamtes „Fachkraft für Systemische Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe – Weiterbildung in 5 Blöcken“ aufmerksam machen.

Aufgrund der hohen Nachfrage starten wir noch in diesem Jahr einen 2. Kurs beginnend am 07.10.2020.

Nähere Informationen zu Teilnahmevoraussetzungen, Kosten und Terminen entnehmen Sie bitte den beigefügten Anlagen. Ihre Anmeldung senden Sie mit beiliegendem Anmeldevordruck postalisch bzw. per FAX oder Sie nutzen die Anmeldung über unser Onlineportal Fobionline über folgenden Link: https://www.fobionline.jh.niedersachsen.de/detail.php?urlID=2456

Wir bitten Sie, die Information an mögliche Interessentinnen und Interessenten weiterzuleiten!

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

(im Auftrage)

Anke Boes

Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

-Landesjugendamt Fachbereich I – Team JH1*

Landeskoordinierungsstelle Bundesstiftung Frühe Hilfen

Schiffgraben 30-32 * 30175 Hannover

Telefon (0511)89701-307

anke.boes@ls.niedersachsen.de

LS im Internet: www.jugendhilfe.niedersachsen.de

Detaillierte Beschreibung

Zertifizierungskurs –
„Fachkraft für Systemische Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe“ -detaillierte Beschreibung-

Veranstalter: Niedersächsisches Landesjugendamt FB I Ansprechpartnerin Anmeldung: Dagmar Tönjes 0511/89701-332

Ansprechpartnerin (inhaltlich): Anke Boes 0511/89701-307 Anke.Boes@ls.niedersachsen.de

Die Weiterbildung besteht aus folgenden Modulen:

Modul 1: Systemtherapeutische Modelle, Kennzeichen systemischer Haltung, Familie als soziales System (1 Tag/10 Ustd.)

Die Teilnehmer/innen lernen sich gegenseitig kennen und formulieren ihre Erwartungen an die Weiterbildung. Anhand eines Überblickes über systemtherapeutische Modelle von der Kybernetik erster Ordnung zur Kybernetik zweiter Ordnung bis hin zu neueren Entwicklungen wird die theoretische Basis geschaffen. Die Besonderheiten systemischer Haltung werden benannt und an Praxisbeispielen verdeutlicht. So füllen sich Schlagwörter, wie Autonomie, Zirkularität, Neutralität und Ressourcenorientierung mit Inhalt. Abschließend werden die Besonderheiten der Familie als soziales System benannt.

Modul 2: Genogrammarbeit (1 Tag/10 Ustd.)

Genogramme dienen der übersichtlichen Darstellung von komplexen Familiensystemen. Neben den eigentlichen Fakten geht es dabei immer auch um die dahinter stehenden Geschichten. Wie wurden z.B. Lebensübergänge gestaltet und Krisen bewältigt? Wie hängt die Familiengeschichte mit den geschichtlichen und kulturellen Hintergründen zusammen? Welche Muster sind zu beobachten? In diesem Modul werden zunächst die Grundzüge eines Genogrammes erklärt und eine Einführung in die Erstellung gegeben. Anschließend werden Hypothesen zu Beispielgenogrammen aus der Praxis gebildet.

Modul 3: Hypothesenbildung und zirkuläres Fragen (1 Tag/10 Ustd.)

Aus systemischer Sicht gibt es keine objektiven Wahrheiten. Wirklichkeit ist immer nur subjektiv wahrnehmbar und im sozialen Kontext erfassbar. Daher stützt sich der Beratungsprozess auf Hypothesen. Diese vermuteten Zusammenhänge und Erklärungsversuche bilden die Grundlage für neue Fragen. Zirkuläres Fragen zielt dabei auf die Bedingtheit menschlichen Verhaltens ab und bezieht verschiedene Perspektiven Dritter in die Lösungsfindung ein. In diesem Modul werden diese grundlegenden Techniken systemischer Beratung erklärt und vor allem geübt.

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Modul 4: Systemaufstellungen (1 Tag/10 Ustd.)

Aufstellungen mit Figuren oder Personen ermöglichen einen Blick ins System. Welchen Sinn machen die Figuren, Symbole, Emotionen der Personen, Positionen, Blickrichtungen und Entfernungen unter Berücksichtigung der Geschichte und der zu bewältigenden Aufgaben eines Systems? Welche Veränderungen lösen welche Konsequenzen für die verschiedenen Beteiligten aus? Die Herstellung einer Veränderung im Bild löst dabei in der Folge häufig Veränderungsschritte in der Praxis aus. In diesem Modul werden Aufstellungen durchgeführt und die ablaufenden Prozesse reflektiert.

Modul 5: Lösungsorientierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (1 Tag/10 Ustd.)

Anhand des „Ich schaff ́s“- Programmes von Ben Furman und anderer lösungsorientierter Verfahren wird ein konkretes Handlungsprogramm für die Praxis vorgestellt und ausprobiert – von der Problemtrance zur Lösungstrance. Dabei geht es um die Förderung von Selbstverantwortung, die Aktivierung von Ressourcen, den Aufbau von Unterstützernetzwerken und die Entwicklung einer Haltung von Optimismus und Zuversicht.

Modul 6: Systemische Arbeit im Zwangskontext Jugendhilfe (1 Tag/10 Ustd.)

Anhand von Theorien, Fragen und Beispielen wird erarbeitet, wie systemische Arbeit im Zwangskontext der Jugendhilfe umsetzbar ist, frei nach dem Motto: „Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder los zu werden?“ Dabei geht es um den gesellschaftlichen und rechtlichen Kontext und Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung systemischen Denkens und Handelns in der Hilfeplanung, in Beratungsgesprächen und im praktischen Tun mit Familien und Jugendlichen. In Rollenspielen werden Praxissituationen demonstriert und reflektiert.

Modul 7: Umgang mit traumatisierten Menschen (1 Tag/10 Ustd)

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe haben es Fachkräfte häufig mit traumatisierten Menschen zu tun: Unbegleiteten minderjährigen Ausländern, Kindern, die schwere Misshandlungen erlebt haben und Eltern, denen es als Kindern ebenso ergangen ist. Zunächst wird der Begriff Trauma im Unterschied zum belastendenLebensereignis definiert. Dann wird ein Zugang dazu geschaffen, welchen „Sinn“ das Verhalten traumatisierter Menschen aus ihrer Perspektive macht. Dem schließt sich die Frage an, welche traumapädagogischen Handlungsmöglichkeiten es in welchen Kontexten und Lebensphasen gibt und was einer psychotherapeutischen Behandlung vorbehalten bleiben muss.

Modul SV: Systemische Fallsupervision (5 Tage/50 Ustd.)

Mitgebrachte Fälle der Teilnehmer/innen werden anhand von systemischen Methoden supervidiert. Dabei geht es neben der Perspektive auf die Kinder und Jugendlichen und deren Familien immer auch um die eigene Rolle, das eigene Selbstverständnis und die Bedeutung der beteiligten Institutionen als Kontext der Arbeit. Voraussetzung für die Erlangung des Zertifikates ist das Einbringen von mindestens zwei eigenen Fällen/systemischen Fragestellungen. Im letzten

Supervisionstermin findet eine Abschlussreflexion des Lernprozesses im Laufe des Seminars statt.

Modul SE: Selbsterfahrung (3 Tage/30 Ustd.)

In Vorbereitung auf dieses Modul wird ein eigenes Familiengenogramm erstellt. Häufig ist es dabei hilfreich, dass eigene Wissen um die Familiengeschichte durch Nachfragen bei Eltern, Großeltern oder weiteren Bezugspersonen zu ergänzen. In der Arbeit im Seminar werden dann Hypothesen über Familienmuster, Musterunterbrechungen und gewonnene Ressourcen aus der Familiengeschichte gebildet und der persönliche Anteil für die praktische professionelle Arbeit verdeutlicht. Weitere Übungen bzw. Fragestellungen zur Selbsterfahrung schließen sich an, z. B. Fragen zu Identität und Namen und zum aktuellen Stand der privaten und professionellen Entwicklung und den anstehenden Entwicklungsaufgaben.

Modul PG: Peergroup (30 Ustd.)

In selbst organisierten Studiengruppen werden der Inhalt der Weiterbildung und die Praxiserfahrung reflektiert, Methoden geübt und Literatur besprochen.

Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Tätigkeit als Fachkraft in der Kinder- und Jugendhilfe mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung
  • Möglichkeit des Einsatzes der Weiterbildungsinhalte in der praktischen Arbeit
  • Bereitschaft zur Teilnahme an virtuellen Seminartagen im Falle einer

    Kontaktbeschränkung aufgrund der Corona-Pandemie (voraussichtl. Zoom)

    Voraussetzungen für die Erlangung des Zertifikates sind:

    • Die regelmäßige Teilnahme an allen Modulen (Mindestens 80 %, Selbsterfahrung 100 %)

    • Das Einbringen von zwei eigenen Fällen/Themen in die Supervision • Das Beschreiben von zwei selbst durchgeführten Beratungs-

    /Betreuungsprozessen anhand eines Leitfadens

    • Die Bereitschaft zur Reflexion der eigenen Familiengeschichte in der Selbsterfahrung

    • Die Dokumentation der Peergroup-Treffen

Konzept und Leitung

Jürgen Schuba, Dipl.-Sozialpädagoge, Dipl.-Supervisor (DGSv), Lehrsupervisor, Systemischer Therapeut und Berater (SG), Dozent für systemische Beratung (SG),

Weitere Referent/innen

Annette Schuba, Dipl.-Sozialarbeiterin, Systemische Therapeutin (SG)

Monika Steinebrunner-Fabian, Dipl.-Sozialarbeiterin, Systemische Therapeutin und Systemische Familientherapeutin (SG), Supervisorin (SG), Mediatorin, Fachkraft nach § 8a SGB VIII

Terminplan:
Block I: 07. – 09.10.2020
Modul 1, Modul 2, 1 Supervision
„Veranstaltungszentrum Rotation“ VER.DI Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover

Block II: 13. – 15.01.2021

Modul 3, Modul 4, 1 Supervisionstag

„Veranstaltungszentrum Rotation“ VER.DI Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover

Block III: 23. – 25.04.2021

Selbsterfahrung

Bildungs- und Tagungszentrum Walsrode, Sunderstr. 77, 29664 Walsrode

(mit Übernachtung!!)

Block IV: 23. – 25.06.2021

Modul 5, Modul 6, 1 Supervisionstag

„Veranstaltungszentrum Rotation“ VER.DI Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover“

Block V: 14. – 16.07.2021

Modul 7, 2 Supervisionstage

„Veranstaltungszentrum Rotation“ VER.DI Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover

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Seminarzeiten Seminarblöcke:

Mi. 10 – 18 Uhr

Do. 9 – 18 Uhr

Fr. 9–17Uhr

(Inklusive Pausen)

Der Block III: Selbsterfahrung findet ausnahmsweise freitags bis sonntags statt:

Fr. 10 – 18 Uhr

Sa. 9 – 20 Uhr

So. 9 – 14 Uhr

(Inklusive Pausen)

Die Peergroup-Treffen werden in den jeweiligen Kleingruppen selbst organisiert.

Kosten:
Block I: Modul1, Modul 2, 1 Supervisionstag, inkl. Verpflegung mit Mittagsimbiss

(ohne Übernachtung)

= 320,00€

Block II: Modul 3, Modul 4, 1 Supervisionstag, inkl. Verpflegung mit Mittagessen (ohne Übernachtung)

= 340,00 €

= 320,00€

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Block III: Selbsterfahrung inkl. Vollverpflegung und Übernachtung
Block IV: Modul 5, Modul 6, 1 Supervisionstag, inkl. Verpflegung mit Mittagessen

(ohne Übernachtung)
Block V: Modul 7, 2 Supervisionstage inkl. Verpflegung mit Mittagessen

Zuzüglich Fahrtkosten und gegebenen Falls Übernachtung (außer Block III, da hier die ÜN/Verpfl. inkl. ist)